Musikalische Weinprobe im Weingut Aufricht
am Samstag 12. Oktober 2019 um 19:00 Uhr

Atrium Friedrichshafen 2015

Ein Gesangssextett mit Witz und Ernst

„Männer und Tenöre“ tauchen im Atrium in die Welt der 20er- und 30er-Jahre ein

Ein wahrer Hörgenuss ist ein Abend mit den „Männern und Tenören“ Alexander Matt, Thomas Menzel, Johannes Wargenau, Thomas Waldherr, Markus Stürzenhofecker und Matthias Johler (von links).

Wo die „Männer und Tenöre“ angesagt sind, strömen die Fans. So hat auch das Atrium in der Caserne am Samstagabend die Zuhörer kaum fassen können.

Zum harten Kern mit Bassist, Pianist und Arrangeur Alexander Matt, den Bassisten Matthias Johler und Markus Stürzenhofecker und Countertenor Thomas Menzel sind seit Juli 2014 mit Thomas Waldherr und Johannes Wargenau zwei neue Tenöre hinzugekommen. Damit ist das Sextett, das sich den Liedern der legendären Comedian Harmonists und ihrer Zeit verschrieben hat, wieder komplett. Sicht- und hörbar sind sie wieder zu einer Gruppe verschmolzen, die sich bestens versteht, mit viel Lust und Laune ans Werk geht, einander vergnügt auf die Schippe nimmt und zugleich mit vollem Ernst und perfektem Gesang erfreut.

Wie schön ist es doch, Stimmen pur zu hören, ohne Elektronik, a cappella zu sechst oder von Alexander Matt am Klavier begleitet. Immer wieder andere treten solistisch hervor, wobei der Countertenor ebenso hervorsticht wie die tiefen Bässe, und reihum machen sie die Ansagen, die – dem Programmtitel entsprechend – dem Begriff „Kavaliere“ nachsinnen oder auch von den Original Comedian Harmonists erzählen....

Klassiker und neue Titel

.....Der „kleine grüne Kaktus“ stach diesmal gleich am Anfang zu, nicht fehlen durften auch Comedians-Klassiker wie „Veronika, der Lenz ist da“, „Onkel Bumba aus Kalumba“ oder „In der Bar zum Krokodil“. Witz war auch angesagt mit neuen Titeln wie der tiefernst vorgetragenen Ode an ein Zahnputzmittel: „Odol ist das Beste für die Zähne“ oder der Streifzug durch die Welt der besoffenen „Philosoffen“ – Prost!

Schwelgen durfte man in Liebesträumen, ob mit der Barcarole oder im augenzwinkernden „Lass mich dein Badewasser schlürfen“ oder jazzig mit „Stormy Weather“. Schön war, dass die Männer – hier seien die Tenöre dazugezählt – auch ohne Ironie Besinnlichkeit zulassen: in der „Kleinen Frühlingsweise“, in der ein Frost über Nacht die Idylle zu zerstören scheint, ebenso wie im Abschiedslied der Comedians „Morgen muss ich fort von hier“.

12-2015 Schwäbische Zeitung, Christel Voith