Musikalische Weinprobe im Weingut Aufricht
am Samstag 12. Oktober 2019 um 19:00 Uhr

Gasthof Kreuz 2016

Vom Odol aus Dresden bis zum Brexit

„Männer und Tenöre“ bescheren den Zuhörern im „Kreuz“ in Tannau einen vergnüglichen Abend

Männer und Tenöre singen zur guten Nacht (von links): Alexander Matt, Thomas Mentzel, Johannes Wargenau, Thomas Waldherr, Markus Stürzenhofecker und Mathias Johler.

Für einen vollen Saal haben die sechs „Männer und Tenöre“ im Theatersaal im „Kreuz“ in Tannau am Samstagabend gesorgt.

Schon eine halbe Stunde vorher sind alle Tische besetzt, man isst und trinkt und schwätzt. Alle Altersschichten sind hier vertreten, denn dieser Auftritt ist so richtig etwas für die Familie. Rote Stellwände stehen hinten auf der Bühne, links ein altes Klavier mit elektrischen Kerzen, rechts ein Tischchen mit Grammophon, eine Gitarre, am Bühnenrand der obligatorische grüne Kaktus. Ein Hauch von Nostalgie, genau passend zu den legendären Comedian Harmonists, denen der erste Teil gewidmet ist....

...... Vom Countertenor bis zum Bass sind alle Stimmen vertreten: Die Männer, das sind Bariton Markus Stürzenhofecker und die Bässe Alexander Matt und Matthias Johler, die Tenöre sind Thomas Mentzel, Johannes Wargenau und Thomas Waldherr. Bassist Matt ist zugleich der Mann am Klavier und Arrangeur.

Das Sextett singt mit sichtlichem Vergnügen. Leichtes Schmunzeln und augenzwinkernder Humor begleiten den Gesang. Der Beifall nach dem Auftrittslied zeigt, dass es gezündet hat....

Sänger nehmen sich auf die Schippe

Die Sänger nehmen sich kräftig auf die Schippe, tun kund, dass sie Randgruppen vertreten, weil 50 Prozent von ihnen Tenöre seien, noch dazu Männer aus den neuen Bundesländern. Hingebungsvoll singen sie das Werbelied auf Odol aus Dresden, sogar die alten D-Mark-Preise kommen ins Spiel. Ansonsten sind sie auf der Höhe des Tages: Den Brexit konnten sie nicht mehr verhindern, aber ein Lied auf Bayern und besonders Seehofer will deutlich mahnen. Hübsch ist die Anspielung, dass man nicht auswärts grasen sollte....

7-2016 Schwäbische Zeitung, Helmut Voith